„Sie beherrschen das MS Office Paket.“ Seit gefühlten 15 Jahren steht dieser Satz in fast allen Stellenanzeigen.
Doch damit könnte es mittelfristig vorbei sein. Denn über Selbstverständlichkeiten spricht man bekanntlich nicht. Aber viel entscheidender für die mögliche Verdrängung ist eine ganz Anforderung, die in immer mehr Stellenanzeigen auftaucht. Nämlich die Erwartung, dass jemand sich mit Large Language Models auskennt.
Wenig überraschend forderten zuerst die IT-Beratungsfirmen diese Kenntnisse. Ihnen folgten Unternehmen, die Inhouse-Consultants einstellen wollen, die die Einführung von KI auf Beraterniveau vorantreiben können. Gesucht wurden und werden auch KI-Experten, die eher aus der Forschung kommen und hochspezialisiert sind.
Doch nun ändern sich die Zielgruppen solcher Anzeigen. Nicht nur der Nerd wird mehr gesucht. Sondern der ganz normale Büroangestellte soll grundlegendes KI-Wissen mitbringen. Er soll kein Spezialist sein, sondern ein Generalist, der über fundiertes Basiswissen von Claude, ChatGPT und ähnlichem verfügen. Ganz einfach, weil die Nutzung LLMs im Job alltäglicher wird. Wie des einst das MS Office Paket.
Das dänische Jobportal Jobindex hat im ersten Quartal 2026 eine Steigerung von 300 % solcher Anforderungen im Vergleich zum selben Zeitraum 2025 festgestellt. Am geringsten ist der Zuwachs in Stellenanzeigen für die Landwirtschaft. Wenig überraschend. Am größten ist die Steigerung in der IT-Branche. Natürlich.
Aber bemerkenswert hoch ist sie auch in der Versicherungsbranche. Und dort zeigt sich bereits, was auch in anderen Branchen passieren wird: Die Mitarbeiter von heute und morgen müssen sehr genau planen, welche Kompetenzen sie (weiter-)entwickeln. Und die Arbeitgeber entwickeln ebenso klare Pläne, welches Profil sie für welche Aufgabe benötigen. Der Zwang zur exakten Passung wird größer.
