Welcher Job besitzt Zukunft? Eine berechtigte Frage eines jeden Schulabgängers. Die Antwort ist dank KI noch schwerer geworden. Denn Propheten, die wissen, welchen Beruf die KI killt, gibt es genügend. Fragt man fünf dieser Personen, erhält man sechs Antworten.

Vielleicht hilft da ein Blick auf aktuell sehr und kaum gefragte Tätigkeiten. Ich stieß vorige Tage auf eine Statistik aus Dänemark. Dort schaute sich die Gewerkschaft 3F die Arbeitsverhältnisse der über 30-Jährigen an. Der Arbeitsmarkt lässt sich so einfach mit dem deutschen vergleichen. So gibt es dort z. B. keine Autobauer mit deren Zulieferern. Dafür ist die öffentliche Verwaltung größer, besitzen Pharma und Medizintechnik große Bedeutung. 

Aber ein paar Tendenzen können übertragen werden. Auf den hinteren Plätzen, also auf denen mit der höchsten Arbeitslosigkeit, liegen Grafikdesign und Kommunikation, Journalismus, Film- und Medienwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie. Und auf dem mit großem Abstand wirklich auf dem allerallerletzten Platz Schauspieler.

Sehr geringe Arbeitslosigkeit verzeichnen, wenig überraschend, Pflegeberufe und die im sozialen Bereich. Ebenso Studenten der Medizin, Jura oder Wirtschaftswissenschaften. Besonders bemerkenswert ist, wie begehrt Handwerker sind. Elektriker und Elektrotechniker, Meister im Maschinenbau, Zimmermänner und -frauen, Schmiede, ja selbst Friseure finden im nördlichen Nachbarland problemlos eine Anstellung.

Doch das gilt nicht für alle handwerklichen Tätigkeiten. Maler und Maurer finden sich eher im Mittelfeld, Gärtner ebenso. Ernährungsberater, Musikpädagogen oder zahntechnische Assistenten müssen auch mehr als eine Bewerbung schreiben. 

Ich empfinde es als schon interessant, dass die kreativen Tätigkeiten so stark von Arbeitslosigkeit betroffen sind, während das Handwerk berufliche Sicherheit verspricht. Und bis die KI als Schmied tätig werden kann, wird es sicherlich auch noch dauern.

Das ist eine Momentaufnahme, gewiss. Der derzeitige Nachfrageeinbruch bei den Softwareentwicklern zeigt, dass sich die Begierde nach bestimmten Qualifikationen blitzschnell drehen kann. Aber eine gewisse Hilfestellung für die Berufswahl bieten solche Statistiken durchaus.