Wie ich aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen erfahren habe, haben sich führende deutsche Großunternehmen in Berlin getroffen, um über ein Maßnahmenpaket zur Personalbeschaffung zu diskutieren. Die Diskussion soll zunächst sehr hitzig verlaufen sein, habe dann aber doch ein schnelles wie spektakuläres Ende genommen, vorerst.

Beschlossen wurde ein Millionenpaket für Personalberatungen, um dem drohenden Fachkräftemangel in der Rüstungsindustrie und anderen Branchen entgegenzuwirken. Obwohl die beteiligten Unternehmen in den letzten Jahren zum Teil rote Zahlen geschrieben haben, haben sie sich verpflichtet, weitere Millionen Schulden aufzunehmen. Man könne es sich einfach nicht leisten, Entwicklungsarbeiten und Aufträge aus Personalmangel abzulehnen, sonst würde man eines Tages von ausländischen Unternehmen überrollt.

Geplant ist, so das Honorar für Personalberatungen freiwillig zu verdoppeln. „Sie verlangen für die Besetzung dieser Vakanz 20.000 €? Nein, bitte nehmen Sie 40.000 €. Aber dann müssen Sie auch in vier Wochen liefern.“ Man verstehe diese Maßnahme als zusätzlichen Anreiz und Wachstumstreiber. Oder, wie es der Vorstandsvorsitzende eines Dax-Konzerns ausdrückte: „Das ist ein Rumms Wumms für Personalberatungen.“ 

Natürlich blieb das Treffen nicht ganz geheim. Die „Leiter Controlling“ der beteiligten Unternehmen warnten in einer gemeinsamen Erklärung vor einem Füllhorn, das unkontrolliert ausgeschüttet werde, obwohl noch nicht alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft seien. Die Zinsen auf die aufgenommenen Schulden seien zudem existenzgefährdend.

Das „Bündnis der nachhaltigen Personalberatungen“ (Bündnis PB) bemängelte, dass diese Maßnahme nur von alten weißen Männern geführte Beratungen bevorzuge. Es fehle ein Konzept, wie für moderne und neue Gesellschaftsmodelle offene Beratungen profitieren könnten. Dem widersprach der „Club Südlicher Unternehmensberatungen“ (CSU) entschieden. In einer solchen dramatischen Situation seien weltfremde Forderungen völlig unangebracht.

Empört zeigte sich ebenfalls der „Bundesverband Soziale Wagenburg“ (BSW), der den Großkonzernen eine Beraterschwemme prophezeite, die das Problem nicht löse. Die Konzerne sollten lieber ihre Kunden drängen, nicht so viel zu bestellen. In die Reihe der Kritiker fügten sich gleichfalls die „Personalberatungen der Sonne“ (PDS) ein, die verlangten, dass die Gelder nur an Unternehmen mit maximal zwei Beratern vergeben werden dürfen.

Die Großkonzerne allerdings sollen bei ihrem Maßnahmenpaket geblieben sein, nur mit einigen Zugeständnissen an das Bündnis PB. Ich bin auf die offizielle Stellungnahme gespannt.