Neulich beim Fußball im Fernsehen. Von einem Spieler war die Rede, der durch gute Leistungen in der zweiten Bundesliga von einem Team der ersten verpflichtet wurde. „Da konnte er sich aber trotz aller Vorschusslorbeeren nicht durchsetzen“, so die Reporterfloskel. Deshalb schob man ihn jetzt wieder in die zweite Liga, aber zu einem anderen Verein. Das hatte sich der gute Mann sicherlich anders vorgestellt: „Wäre ich nur bei XY geblieben.“
Aber mit dieser Erfahrung ist er nicht allein. Wenn meine Kandidaten ein gewisses Alter erreicht und schon einige Stationen absolviert haben, dann ist auch immer der berühmte „Griff ins Klo“ dabei. Da stimmte die Realität nicht mit der Stellenbeschreibung überein. Da war der Abteilungsleiter, der einen engagiert hatte, kurz darauf nicht mehr da. Da hatte sich das Unternehmen zwischenzeitlich strategisch anders aufgestellt. Da war das, was die Kollegen am besten beherrschten, das Mobbing.
Ach, es gibt so viele Geschichten, so viele Begründungen für ein nur kurzes Verweilen. Man kann sich gut vorstellen, wie traurig, verzweifelt oder auch zornig da jemand auf seinem Stuhl sitzt. Einen eigentlich guten Job aufgegeben für eine bessere berufliche Perspektive, für mehr Geld, für einen geringeren Fahrweg. Was nun?
Gut ist: Durchweg haben meine Gesprächspartner schnell die Flucht ergriffen, auf ein Aussitzen hat sich kaum einer eingelassen. Und das ist auch richtig, das wäre vertane Zeit. Zeit, in der man sich nur mit Problemen volllädt, anstatt nach Lösungen zu suchen. Und jeder Personalverantwortliche kennt diese Situationen, zeigt Verständnis. So ein Fehlgriff passiert.
Schlecht ist: Wenn diese Fehlgriffe sich häufen, wenn Engagements selten über sechs oder zwölf Monate hinauskommen und doch immer die anderen Schuld haben, dann wird es schwierig. Da müssen die Erklärungen ganz schön gut sein.
Auch schlecht ist: Gerne werden kurze Engagements auch als von vornherein als interimistische Projekte geplant verkauft. Das ist gefährlich, wenn es nicht stimmt. Das gilt auch für angebliche drei Sabbatmonate. Man weiß nie, wer wen kennt.
Nebenbei: Auch ich als Personalberater möchte und muss die ganze Wahrheit wissen.
Gut wiederum ist: Es zeugt von Stärke, einen Fehler zu erkennen und ihn zu berichtigen. Der ist oftmals unverschuldet geschehen. Und es kommt immer gut an, wenn man glaubhaft versichert, diesen Unfall hinter sich gelassen zu haben und nun voller Tatendrang nach vorne zu schauen.