In so schwierigen Zeiten wie heute sind viele auf der Suche nach neuen Geschäftsmodellen. Manchmal werden es die alten, wie dieses aus dem „Abendblatt“.
In Hamburg lassen sich die Immobilienmakler zum Teil wieder von den Mietern bezahlen. Als Interessierte stimmen sie dieser Regelung zunächst zu. In der Folge rufen die Makler regelmäßig bei den großen Wohnungsvermietern an und fragen nach Wohnraum, der demnächst frei wird. Er darf aber bislang nicht offiziell in der Vermietung sein.
Wird etwas im gewünschten Viertel frei, erhält der Interessent eine exklusive Besuchsmöglichkeit. Werden der Vermieter und er sich einig, zahlt Letzterer dem Makler die verabredete Kaution, der Vermieter ist fein raus.
Von dieser Rückkehr zum Einstigen las ich am selben Tag ebenfalls in der „Schweriner Volkszeitung“. Hintergrund ist, dass viele Menschen auf der Suche nach dem schnellen Glück oder der großen Liebe Twitter oder Parship als inzwischen zu anstrengend empfinden. Christina Münster veranstaltet in Westmecklenburg Single-Spaziergänge, allerdings ehrenamtlich, nicht als Geschäftsmodell.
Zu Beginn stellen sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer kurz vor und dann wird bis zu zwei Stunden durch die Natur spaziert. Mal zusammen mit dem oder der oder später mit der oder dem. Über hundert Menschen nahmen bereits vergangenes Jahr teil, in diesem werden es wohl deutlich mehr. Analoges Kennenlernen statt digitales.
Zurück zu den Immobilien. Grundlage dieses Geschäftsmodells ist natürlich die Wohnraumnot in begehrten Lagen. Aufgrund der stark gestiegenen und weiterhin steigenden Mieten bleiben viele lieber in ihren Wohnungen. So beträgt der durchschnittliche Quadratmeterpreis im begehrten Bezirk Altona stolze 16,67 €.
Da fragt man sich als Personalberater, ob dieses Modell der Immobilienmakler für die eigene Arbeit taugt. Also die Kandidaten zahlen lassen. Dazu nächste Woche mehr.
Und verweise zum Schluss auf eine dritte Innovation. In meinem einstigen Wohnort Norderstedt veranstaltete die Diskothek „Alptraum“ letzten Freitag ein „Silver Clubbing“ für die Generationen Ü50 und Ü60. Beginn um 18 Uhr, Schluss um 21 Uhr. 21 Uhr? Weshalb? Müssen die Tänzerinnen und Tänzer dann schon ins Bett?
